Leben & Gesellschaft · 1949–November 1989
Schwules Leben in
Ost- und Westberlin
Treffpunkte, Beziehungen über die Grenze und selbstbestimmtes Leben in der geteilten Stadt.
Ein Lokal finden, in dem Männer miteinander tanzen. Einen Freund besuchen, der auf der anderen Seite der Stadt wohnt. Zusammenleben, ohne sich ständig erklären zu müssen. Für schwule Berliner waren solche Wünsche Teil des Alltags. Doch die Möglichkeiten, sie zu verwirklichen, änderten sich zwischen 1949 und November 1989 erheblich. Die politische Teilung griff in Beziehungen hinein; schwule Männer schufen zugleich eigene Treffpunkte, Freundeskreise und öffentliche Räume.
Wer diese Geschichte erzählt, begegnet deshalb keiner einfachen Gegenüberstellung von freiem Westen und unfreiem Osten. Strafrecht, gesellschaftliche Anerkennung und selbstständige Organisation entwickelten sich unterschiedlich. Und auch innerhalb derselben Stadthälfte konnte ein Mensch offen leben, während ein anderer gute Gründe hatte, vorsichtig zu sein.
Die 1950er Jahre: Treffpunkte unter Beobachtung
Um 1950 gab es in den westlichen Bezirken bereits wieder ein vielfältiges Nachtleben. Andrea Rottmann dokumentiert anhand zeitgenössischer Anzeigen Bälle und Tanzabende – trotz der fortbestehenden Strafbarkeit sexueller Handlungen zwischen Männern. 1
Auch die Polizei kannte die Treffpunkte. Zwischen 1948 und 1951 kontrollierte die Westberliner Kriminalpolizei besonders öffentliche Toiletten, daneben Lokale. Für den Herbst 1954 dokumentiert Rottmann dann Razzien in Bars, bei denen Gäste überprüft und registriert wurden. Ein gemeinsamer Abend konnte damit in einer polizeilichen Erfassung enden. 1
In Ostberlin gingen frühe Treffpunkte verloren. Die Mulackritze im Scheunenviertel musste 1951 schließen. Rottmann ordnet solche Eingriffe in die restriktive Sexualmoral der frühen DDR ein, ohne daraus das Verschwinden aller gleichgeschlechtlichen Begegnungen abzuleiten. Kneipen, private Kontakte und staatliche Kontrolle gehörten in beiden Stadthälften zur Geschichte. 1
Eine Beziehung konnte über die Sektorengrenze führen
Vor dem Mauerbau waren Ost- und Westberlin miteinander verflochten. Das galt auch für schwule Beziehungen. Der Ostberliner Hans-Joachim Engel lernte im Westberliner Kleist-Casino einen Mann kennen, mit dem er eine Beziehung begann. Sein Partner war ausgerechnet Westberliner Polizist. Mit dem Mauerbau wurde das Paar getrennt. 1
Besonders schmerzhaft kreuzen sich die Geschichten beider Stadthälften bei Günter Litfin. Er wohnte im Osten und arbeitete als Schneider im Westen. Sarah Bornhorst weist anhand von Akten nach, dass er wegen gleichgeschlechtlicher Kontakte schon 1957 in den Blick der Westberliner Strafverfolgung geraten war. 2
Am 24. August 1961 erschossen Ostberliner Transportpolizisten Litfin bei seinem Fluchtversuch durch den Humboldthafen. Anschließend benutzte die SED-Presse Homosexualität zur Diffamierung des Getöteten. Die Vorgänge müssen unterschieden werden: Strafverfolgung wegen sexueller Kontakte im Westen, tödliche Gewalt bei der Flucht aus dem Osten und nachträgliche homofeindliche Propaganda. Die Akten erlauben keinen vollständigen Blick auf Litfins Beziehungen oder sein Selbstverständnis. Sie zeigen aber, wie beide Systeme in sein Leben eingriffen. 2
Was die Strafrechtsreformen veränderten
Im Osten trat am 1. Juli 1968 ein neues Strafgesetzbuch in Kraft. Die bisherigen §§ 175 und 175a entfielen. Einvernehmliche Sexualität zwischen erwachsenen Männern war nicht mehr als solche strafbar. Mit § 151 blieb jedoch eine Sondervorschrift für sexuelle Handlungen Erwachsener mit Jugendlichen gleichen Geschlechts bestehen; sie erfasste auch Frauen. 3
Im Westen brachte die Reform zum 1. September 1969 die entscheidende Lockerung: Einvernehmliche Handlungen zwischen Männern ab 21 Jahren waren nicht mehr allein wegen ihrer Gleichgeschlechtlichkeit strafbar. Sondertatbestände blieben erhalten. Die Reform von 1973 senkte die besondere Altersgrenze auf 18 Jahre. § 175 verschwand dadurch nicht. 45
In der DDR beschloss die Volkskammer am 14. Dezember 1988 die Aufhebung des § 151. Wirksam wurde sie am 1. Juli 1989. Als die Mauer fiel, war die homosexuelle Sonderstrafnorm im Osten bereits aufgehoben, im Westen bestand sie weiter. 6
Diese Daten erzählen einen wichtigen Teil der Geschichte. Ob jemand seine Beziehung am Arbeitsplatz erwähnen konnte oder eine Gruppe einen Raum bekam, entschieden sie allein jedoch nicht.
Westberlin: Schwulsein öffentlich machen
1971 wurde Rosa von Praunheims Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt im Forum der Berlinale gezeigt. Die Diskussionen um den Film gaben der neuen Schwulenbewegung einen starken Impuls. Im selben Jahr entstand die Homosexuelle Aktion Westberlin, kurz HAW. 7
Ihr Anspruch reichte über die Straffreiheit hinaus. Schwule sollten ihre Lebensbedingungen gemeinsam verändern und öffentlich auftreten. Veranstaltungen, Plakate, Demonstrationen und Gespräche über Sexualität und Selbstverständnis gehörten dazu. Zugleich gab es Streit über politische Ziele und über den Umgang mit der bestehenden Szene. Das Schwule Museum erinnert ausdrücklich auch an die Distanz mancher Aktivisten zu Männern, die ihre Freizeit lieber in Kneipen verbrachten, als sich einer politischen Gruppe anzuschließen. Die Bewegung sprach nicht mit einer einzigen Stimme. 7
Lesben waren dabei eigenständige Akteurinnen. Aus der ab 1972 aktiven HAW-Frauengruppe entwickelte sich das Lesbische Aktionszentrum. Seine Geschichte gehört auch zur autonomen Frauenbewegung und lässt sich nicht als Anhang männlicher Schwulenpolitik erzählen. 8
1979 gingen beim ersten Berliner Christopher Street Day mehrere Hundert Menschen auf die Straße. Der gemeinsame Auftritt machte sichtbar, was das Strafrecht und gesellschaftliche Konventionen lange ins Verborgene gedrängt hatten. Dass Menschen öffentlich demonstrierten, bedeutete allerdings noch nicht, dass alle schwulen Berliner sich damit vertreten fühlten oder selbst teilnehmen konnten. 9
Ostberlin: einen eigenen Ort erkämpfen
Auch im Osten entstand Anfang der 1970er Jahre eine neue Initiative. Peter Rausch und Michael Eggert gehörten zu den Gründern der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin, der HIB. Ab März 1973 traf sich die Gruppe regelmäßig. Sie wollte Begegnung, Beratung und gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen. 10
Die HIB argumentierte gegenüber den Behörden häufig innerhalb des sozialistischen Versprechens von Gleichberechtigung. Ihre Mitglieder verlangten, dass dieses auch für sie gelten müsse. Das verband Überzeugung mit dem Versuch, politisch Gehör zu finden. 10
1976 scheiterten Versuche, die HIB rechtlich anerkennen zu lassen. Im selben Jahr eröffnete Charlotte von Mahlsdorf mit Räumen in ihrem Gründerzeitmuseum eine andere Möglichkeit. Dort gab es Vorträge, kulturelle Veranstaltungen und Feste. Für die Gruppe entstand ein Ort gemeinsamen Lebens. 10
1978 wurde Charlotte untersagt, weitere HIB-Veranstaltungen zu beherbergen. Nach Treffen in privaten Räumen endeten ihre Veranstaltungen laut Teresa Tammers Fachstudie zum 1. Mai 1980. 10
Bücher und Besucher überquerten die Mauer
Die Mauer machte Kontakte ungleich und gefährdet, unterband sie aber nicht vollständig. Die Einreiseerleichterungen der frühen 1970er Jahre ermöglichten neue Begegnungen mit Besuchern aus Westberlin und der Bundesrepublik. Diese brachten auch Ideen und Publikationen mit. 11
In Ostberlin wurden westliche Bücher über Homosexualität, Schwulenzeitschriften und Informationen anderer Gruppen gelesen. Besucher brachten Material über die Grenze, dessen Einfuhr teilweise verboten war. Auch Informationen über Aids gelangten durch persönliche Kontakte in die Gruppen. 11
Der Austausch konnte Mut machen und Wissen vermitteln. Öffentlichkeit im Westen konnte zugleich zusätzliche Aufmerksamkeit der DDR-Sicherheitsbehörden auslösen. Ostberliner Aktivisten mussten abwägen, welche Kontakte ihnen halfen und welche ihre Arbeit gefährden konnten. Ihre Anliegen richteten sich an die Gesellschaft, in der sie lebten; westliche Vorbilder wurden unter eigenen Bedingungen aufgegriffen. 11
Kirche und Sonntags-Club: unterschiedliche Wege
In den 1980er Jahren boten kirchliche Räume neue Möglichkeiten. Christian Pulz gehörte 1983 in Berlin zu den Initiatoren einer Schwulengruppe im kirchlichen Umfeld. Aus dieser Arbeit ging der Arbeitskreis „Homosexualität – Schwule in der Kirche“ hervor. Pulz gab ab 1985 einen Informationsbrief heraus und half, Treffen und Kontakte zu organisieren. 12
Der kirchliche Rahmen schützte nicht vor Überwachung. Die Staatssicherheit bearbeitete Pulz von 1984 bis 1989 im Operativen Vorgang „Orion“. Der Archivbestand zu seiner Tätigkeit macht zugleich deutlich, wie eng schwules Engagement und die Friedensbewegung miteinander verbunden sein konnten. 12
Einen nichtkirchlichen Weg verfolgten ehemalige HIB-Mitglieder gemeinsam mit Uschi Sillge. Ab Februar 1986 konnten sie sonntags einen Klub in der Veteranenstraße nutzen. Nach dessen Schließung mussten sie erneut Räume suchen. Aus den Treffen an wechselnden Orten entwickelte sich der Name Sonntags-Club, der sich ab 1987 durchsetzte. 13
Hier ging es um Kultur und ganz praktische Nähe. Eine Postgruppe verschickte Programme und beantwortete Anfragen, auch von Menschen außerhalb Berlins. Das Programm von 1988 umfasste unter anderem Literatur, Film, Fotografie, Wanderungen und einen Gesprächskreis zu Aids. Ein Club konnte damit vieles zugleich sein: Treffpunkt, Informationsquelle und eine Verbindung zu Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. 13
Wie begrenzt die staatliche Duldung blieb, zeigt eine interne MfS-Information vom 18. April 1988. Sie stellte Sillges Bemühungen um einen eigenständigen Verband als politische Gefahr dar und empfahl, dessen Gründung zu verhindern. Die abwertenden Urteile des Dokuments beschreiben die Haltung der Staatssicherheit. Sie sind keine Tatsachenfeststellungen über die Motive der Betroffenen. 14
Die eigene Geschichte bewahren
In Westberlin entstand unterdessen ein Ort, an dem schwule Geschichte dauerhaft gesammelt werden sollte. Die Ausstellung „Eldorado“ im Berlin Museum zeigte 1984 die Geschichte homosexueller Frauen und Männer. Im Dezember 1985 gründete sich der Verein der Freunde des Schwulen Museums. 15
Archiv, Bibliothek und Ausstellungen eröffneten eine eigene Perspektive auf die Vergangenheit. Briefe, Bilder und Erinnerungen konnten neben Akten treten, in denen Behörden schwule Menschen hauptsächlich als Problem erfasst hatten. Geschichte selbst zu sammeln, war damit auch eine Form öffentlicher Selbstbehauptung. 15
Aids: füreinander sorgen
Aids veränderte die 1980er Jahre tiefgreifend. In Westberlin entstanden Hilfsangebote aus der Selbsthilfe. Die Chronik der Berliner Aids-Hilfe beschreibt bereits für 1983 eine Gruppe im Umfeld der Deutschen AIDS-Hilfe, die Erkrankte in Kliniken und zu Hause unterstützte. 16
1985 eröffneten Beratungsräume am Bundesplatz; ein anonymes Beratungstelefon war rund um die Uhr erreichbar. Ehrenamtliche begleiteten Menschen bei Krankheit und im Alltag. Im November wurde die Berliner AIDS-Hilfe als Verein eingetragen. Aufklärung und persönliche Unterstützung entwickelten sich gemeinsam. 16
1988 organisierte die Berliner Aids-Hilfe einen Trauerzug zum Gedenken an die Verstorbenen. Zur Geschichte schwulen Lebens gehören deshalb auch Pflege, Abschied und die Arbeit derjenigen, die an der Seite anderer blieben. Die Ostberliner Gesprächsangebote im Sonntags-Club zeigen, dass Aids zugleich auf der anderen Seite der Mauer ein Thema schwuler Selbstorganisation war. 1613
9. November 1989: ein Film und eine offene Grenze
Am 9. November 1989 hatte Heiner Carows Coming Out im Ostberliner Kino International Premiere. Der Spielfilm erzählt von einem Lehrer, der sich in einen Mann verliebt und um sein Selbstverständnis ringt. Seine Entstehung war gegen Widerstände innerhalb der DEFA durchgesetzt worden. 17
Während der Film an diesem Abend zweimal gezeigt wurde, begann die Öffnung der Grenzübergänge. Dieses Zusammentreffen wirkt im Rückblick beinahe wie eine erfundene Szene. Doch der Film war kein dokumentarischer Querschnitt durch sämtliche schwulen Lebenswege, und die offene Grenze beseitigte nicht auf einen Schlag Vorurteile oder rechtliche Unterschiede. 1756
Im November 1989 begegneten sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen: mit öffentlichem Protest und erkämpften Treffpunkten, mit staatlicher Kontrolle, mit Verlusten und gegenseitiger Hilfe. Manche hatten ihre Homosexualität verborgen, andere offen gelebt. Ihre Geschichte beginnt weder mit einer Gesetzesreform noch endet sie am Schlagbaum. Sie handelt ebenso davon, wie Menschen einander fanden und ihr Leben miteinander gestalteten.
Quellen und Einordnung
Der Artikel konzentriert sich auf schwule Männer. Gemeinsame Arbeit mit Lesben und die Rolle Charlotte von Mahlsdorfs werden dort benannt, wo sie für diese Geschichte wesentlich sind. Eine umfassende Geschichte aller queeren Lebensweisen Berlins ersetzt das nicht. Westberlins besonderer politischer Status wird nicht mit dem einer gewöhnlichen bundesdeutschen Stadt gleichgesetzt.
Historische Forschung, Gesetzestexte, archivische Bestandsbeschreibungen und Rückblicke beteiligter Institutionen haben unterschiedliche Aussagekraft. Individuelle Erinnerungen stehen für die jeweiligen Lebenswege. Staatliche Überwachungsquellen belegen vor allem die Wahrnehmung und Absichten der Behörden. Die Nachweise stehen unmittelbar bei den Aussagen, die sie tragen.
- Andrea Rottmann: Queer Lives across the Wall. Desire and Danger in Divided Berlin, 1945–1970, University of Toronto Press, 2023. Besonders S. 71–77 und 91–92: Nachtleben, polizeiliche Eingriffe und Hans-Joachim Engels Erinnerung. Wissenschaftliche Monografie; die einzelnen Erfahrungen sind keine repräsentative Umfrage.
- Sarah Bornhorst: Sanktioniert, instrumentalisiert, ausgeblendet, Deutschland Archiv, 22. Februar 2026. Archivgestützte Untersuchung zu Günter Litfin; besonders „Beziehungen über die Sektorengrenze hinweg“ und „Strafsache gegen Günter Litfin u. a.“.
- DDR-Strafgesetzbuch vom 12. Januar 1968, § 151. Amtlicher Gesetzestext, GBl. I S. 32. Inkrafttreten am 1. Juli 1968: Einführungsgesetz, § 1, GBl. I S. 97.
- Erstes Gesetz zur Reform des Strafrechts vom 25. Juni 1969. BGBl. I S. 645–682; besonders Übergangsfassung und Inkrafttreten, Art. 105 und 106. Die erste Entkriminalisierung erfolgte am 1. September 1969.
- Viertes Gesetz zur Reform des Strafrechts vom 23. November 1973. BGBl. I S. 1725; § 175 auf S. 1727, Inkrafttreten auf S. 1734.
- Fünftes Strafrechtsänderungsgesetz der DDR vom 14. Dezember 1988. Aufhebung des § 151: Anlage 1 Nr. 56, GBl. I S. 343. Inkrafttreten: § 10, GBl. I S. 336, am 1. Juli 1989.
- Schwules Museum: „Mach dein Schwulsein öffentlich!“ – Die 70er Jahre. Ausstellung 1991/92, kuratiert von Wolfgang Theis. Rückblick auf HAW, Aktionsformen und innere Konflikte der Bewegung.
- Schwules Museum: Radikal – Lesbisch – Feministisch. Ausstellung 2018 zur HAW-Frauengruppe und zum Lesbischen Aktionszentrum, 1972–1982; unter Beteiligung damaliger Aktivistinnen.
- Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg: Pride Month in Tempelhof-Schöneberg. Abschnitt „Christopher Street Day (Berlin Pride)“ zum ersten Berliner CSD 1979. Verwendet wird die Größenordnung, keine scheinpräzise Teilnehmerzahl.
- Teresa Tammer: In engen Grenzen und über die Mauer. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 29 (2018), Heft 2, S. 132–152. Besonders S. 137–140, 145 und 147 zu Gründung, Selbstverständnis, Mahlsdorf und Ende der HIB-Veranstaltungen. Auswertung von Eingaben und Erinnerungen.
- Teresa Tammer: Die Ost-Berliner Schwulenbewegung und der Westen. Historischer Überblick zu Kontakten, Publikationen und den Risiken westlicher Öffentlichkeit. Für das Ende der HIB-Veranstaltungen folgt der Artikel der präziseren Fachstudie von 2018 [10].
- Robert-Havemann-Gesellschaft: Archiv der DDR-Opposition, Bestand Christian Pulz. Biografische Angaben und Bestandsbeschreibung, Signatur Pul; insbesondere die Jahre 1983–1989.
- Jens Dobler, Kristine Schmidt und Kay Nellißen: Sonntags im Club. Gekürzter Auszug aus Sonntags-Club (Hg.): Verzaubert in Nord-Ost, Berlin 2009. Verbindet Erinnerungen, Vereinsgeschichte und Archivnachweise; besonders Gründungspraxis 1986/87 und Programm 1988.
- MfS: Information Nr. 188/88 vom 18. April 1988. Edition „Die DDR im Blick der Stasi“, ZAIG 3668, Bl. 1–21. Im April 1989 erneut verteilt. Primärquelle zur Sicht und Strategie des Überwachungsapparats, keine neutrale Beschreibung der Betroffenen.
- Schwules Museum: „… und damit fingen dann die Probleme an“ – Die Gründung des Schwulen Museums 1985. Ausstellung 2025/26, kuratiert von Birga Meyer und Luan Pertl. Institutionsgeschichte anhand von Archivmaterial und neuen Interviews.
- Berliner Aids-Hilfe: Festschrift zum 25-jährigen Bestehen, 2010. Chronik, gedruckte S. 70–71 (PDF-Seiten 70–71), zu 1983–1988. Rückblick des Vereins; die historischen Angaben werden von heutigen medizinischen Aussagen getrennt.
- Philip Zengel: Coming Out, DEFA-Stiftung, November 2019. Verwendet für Handlung, Produktionsgeschichte und Premiere am 9. November 1989. Die verkürzten rechtlichen Angaben des Filmtextes werden nicht übernommen; dafür gelten die Gesetzesquellen [3–6].
Ergänzende Gesetzesfundstellen: DDR-Einführungsgesetz von 1968, § 1; Inkrafttreten der DDR-Reform 1989, § 10.
Redaktioneller Stand: 14. Oktober 2026.