Sorgfalt gehört dazu
Geschichte braucht Belege.
Jede Station nennt ihre Quellen direkt am Text. Amtliche Gesetzestexte und zeitgenössische Gerichtsentscheidungen werden als Primärquellen bezeichnet; spätere Forschung und Überblicksdarstellungen dienen der Einordnung. Externe Belege öffnen sich in einem neuen Tab.
Was ist gesichert, was bleibt offen?
Die genaue Übertragung von der Wärmebedeutung auf Homosexualität ist nicht abschließend geklärt. Die Wortbelege von 1862 und 1891 werden nach Sekundärliteratur wiedergegeben; die betreffenden Originalseiten wurden nicht selbst eingesehen. Die Zeitlinie behauptet daher keinen zweifelsfreien allerersten Gebrauch.
Bei der DDR-Aufhebung ist das Gesetzblatt maßgeblich: beschlossen am 14. Dezember 1988, wirksam am 1. Juli 1989. Abweichende Angaben in Überblickstexten werden nicht übernommen. Die verlinkten Übersichtsquellen sind jeweils Belege für den zugehörigen Eintrag, nicht für jede Aussage ihrer gesamten Seite.
Wie werden die Gesetzestexte wiedergegeben?
Die zitierten Paragraphen sind vollständig wiedergegeben; die Aufhebungsvorschriften von 1988 und 1994 sind ausdrücklich als Auszüge aus den Änderungsgesetzen bezeichnet. Historische Schreibweisen bleiben erhalten. Layout und Zeilenumbrüche sind angepasst.
Alle hier wiedergegebenen Gesetzespassagen wurden am 12. Oktober 2026 vollständig mit den gescannten Originaldrucken abgeglichen. Die Belegbilder sind lokal bei den Texten verlinkt. Das Prüfprotokoll dokumentiert Fundstellen, Umfang und Korrekturen. Die Reform 1969 wird mit ihrer zunächst geltenden Übergangsfassung und dem ab April 1970 geltenden Wortlaut dokumentiert. Es handelt sich um historische Dokumentation, nicht um heute geltendes Recht.
Alle Stationen auf einen Blick
- 17.–18. Jh.Am Anfang war es ziemlich warm.
- 19. Jh.Von der Wärme zum Begehren.
- 1862Ein Wort findet seinen Weg ins Wörterbuch.
- 1869„Homosexualität“ bekommt einen Namen.
- 1. Januar 1872§ 175 wird Reichsrecht.
- 1891Schon damals: „schwul“.
- 1897Der Widerstand organisiert sich.
- 1919–1933Sichtbares Leben. Unsichere Freiheit.
- 1933–1945Verfolgung und Verschärfung.
- 1945–1949Die Verfolgung endet nicht 1945.
- 1950Älterer § 175. Weiterhin § 175a.
- 10. Mai 1957Das Verfassungsgericht bestätigt die Strafbarkeit.
- 1957 / 1958Keine pauschale Straffreiheit.
- 1967Jetzt auch im Rechtschreibduden.
- 1. Juli 19681968: Abschaffung des § 175 in der DDR
- 1. September 1969Eine große Reform. Noch kein Ende.
- 1. April 1970Die Strafandrohung des § 175 wird geändert.
- 1970er-JahreLaut gesagt. Selbst gemeint.
- 28. November 1973Die Altersgrenze sinkt auf 18.
- 1970er–1980erStraffrei heißt noch nicht frei.
- 6. Dezember 1985Geschichte bekommt einen eigenen Ort.
- 11. August 1987Das Oberste Gericht bewertet neu.
- 1. Juli 1989Das Sonderstrafrecht endet.
- 17. Mai 1990Keine Krankheit.
- 3. Oktober 1990Ein Land. Unterschiedliches Strafrecht.
- 11. Juni 1994§ 175 ist Geschichte.
- 10. Juni 2001Ein Satz bleibt.
- 2002NS-Verurteilungen werden aufgehoben.
- 2017Rehabilitierung für Unrecht nach 1945.
- 1. Oktober 2017Auch vor dem Standesamt: Ja.
- HeuteEin Wort. Ganz selbstverständlich.
Redaktionsstand: 12. Oktober 2026 · Schwerpunkt: deutsche Wort- und Rechtsgeschichte